Bürgerhaus Ölsen
Ort für Veranstaltungen und private Feierlichkeiten

Ortsausflug zum Rheinischen Braunkohlerevier

Warum ausgerechnet in den Tagebau?

Von Thomas RömerOpenStreetMap data, CC BY-SA 2.0, httpscommons.wikimedia.orgwindex.phpcurid=11539190

Im Sommer vorigen Jahres hatte ich beim Besuch der befreundeten Familie Schievenbusch die einmalige Gelegenheit, die nahe ihrem Wohnort gelegenen Braunkohletagebaugebiete Hambach und Garzweiler zu besichtigen. Nachhaltig beeindruckte mich die unfassbaren von gigantischen und auf der Welt einzigartigen Schaufelbaggern, in wenigen Jahrzehnten getätigten Erdbewegungen. Die Maschinen haben die unfassbare Länge von fast zwei hintereinander liegender Fußballfeldern und eine Höhe, die beinahe das dreifache des Raiffeisenturms darstellt. 

Geradezu in eine andere Welt versetzt fühlte ich mich am Rand des Tagebaus Garzweiler stehend und im flachen Gelände bis zum Horizont, auf von Menschen umgestaltetes Gelände zu blicken. Ein durchaus merkwürdiges und zwiespältiges Gefühl. Einerseits war ich beeindruckt von der menschlichen Schaffenskraft, andererseits wirkte soviel zerstörte Landschaft auch abstoßend auf mich.

Jede Medaille hat zwei Seiten!


Die hier abgebauten Braunkohleflöze gelangen über kilometerlange Förderbänder an die am Rand des Tagebaus gelegenen Kraftwerke, während die die Flöze überlagernden Erdschichten von nicht minder beeindruckenden Maschinen, sogenannten "Absetzern", in der abgebaggerten Landschaft wieder aufgeschichtet werden. Die durch Verbrennung gewonnene Energie wird zur Stromerzeugung benötigt. Die Zahlen dieser nicht mehr erwünschten fossilen Stromgewinnung sind seit einigen Jahren rückläufig. Ein sofortiger Verzicht ist bei verbleibenden 22,6 % der Stromgewinnung aber noch undenkbar. Geplant ist, das 2045 die letzte Braunkohle im rheinischen Braunkohlerevier zur Stromerzeugung abgebaut wird, da es einige nicht vernachlässigbare Gründe gegen diese Art der Energiesicherung spricht:

·         14 Orte mussten bereits umgesiedelt werden. Weitere 12 Dörfer und 7600 Bürger sind von Gatzweiler II                            betroffen.

·         Kohlendioxidemissionen bei der Verbrennung in den benachbarten Braunkohlekraftwerken.

·         Übersäuerung der Böden und Feinstaubbelastung durch das Abkippen von Abraum

·         Grundwasserabsenkung


Das muss man einfach gesehen haben!

Tagebau Garzweiler Bild: RWE

Als die Idee reifte in diesem Jahr einmal einen Ortsausflug anzubieten, lag es für mich sehr nahe Erik Schievenbusch zu fragen, ob er nicht seine guten Kontakte zu den netten Menschen von RWE noch einmal spielen lassen könnte, um auch anderen Menschen seiner zweiten Heimat Ölsen, die Möglichkeit bieten zu können in diese surreale Welt einzutauchen. 

Seit über 50 Jahren, beginnend mit dem Vater und Onkel von Erik ist die Familie Schievenbusch Jagdpächter in Ölsen. Zur Zeit in dritter Generation jagen Erik, sein Bruder Andre und dessen Sohn Jan in unserer Gemarkung. Diese Verbundenheit mit unserem Dorf ließ sie nicht ruhen, bis sie nach mehreren Monaten ein einzigartiges Programm zusammen gestellt bekamen.

 

Von Bodoklecksel - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3263582

 

Der Ausflug findet am 22.09.2018 statt und ist zunächst nur für Ölser und geladene Gäste der Ortsgemeinde vorgesehen.

Folgendes Programm ist geplant:

09:00 Uhr    Abfahrt am Bürgerhaus Ölsen 10:45 Uhr     Ankunft am Rheinischen
                        Braunkohlerevier; Einnahme eines Imbisses.
11:15 Uhr    Fahrt durch den Tagebau Garzweiler mit sachkundiger Führung von Frank Coenen,
                        führender Mitarbeiter der Instandhaltungsschlosserei. 

13:00 Uhr    Fahrt zu Rekultivierungsflächen vergangener Abbaufelder und dem Schirrhof der
                        RWE mit fachkundigen Erläuterungen durch Markus Pütz, stellv. Betriebsleiter des
                        Schirrhofs.

15:00 Uhr    Fahrt nach Alt Kaster mit Stadtbesichtigung und/oder
der Möglichkeit zum Besuch einer Gaststätte/Cafe.

16:30 Uhr    Rückfahrt nach Ölsen

18:00 Uhr    Ankunft in Ölsen

Stadttor von Altkaster

Der Ausflug ist dank des Einsatzes von Dirk Werner als Busvermittler und Fahrer, für Dorfbewohner kostenfrei. 

Es sind nur wenige Meter zu laufen, da wir uns auch im Tagebau mit dem Bus bewegen dürfen. Dies bedeutet das dieser Ausflug sowohl Senioren wie auch unseren jüngsten Bürgern gerecht wird.

Bis zum 25.08.2018 können sich die Mitbürger bei mir unverbindlich anmelden. Sollten danach noch Plätze frei sein, nehmen wir gegen eine kleine Kostenpauschale gerne noch Freunde und Verwandte mit.